Chronik - Was vorher geschah

Die Chronik zum 10-jährigen bestehen des Stammes Likedeeler.

Die nachfolgenden Texte sind für Jubiläumschronik  zum 10-jährigen Bestehen des Stammes geschrieben wurden.
Die grau unterlegten Texte sind eine Abschrift aus den Logbuch des Stammes.

Der Anfang 1997

 

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Sommer 1996

Was vorher geschah. Die Zeit vor 1997
Der Stamm Likedeeler ist vor zehn Jahren nicht einfach so vom Himmel gefallen, auch wenn manche Menschen dies glauben mögen. Unser Pfadfinderleben hat durch die Gründung des Stammes einen enormen Aufschwung erlebt. Vielleicht hat es damit auch  erst richtig begonnen, aber die ersten Gründungsmitglieder des Stammes waren teilweise schon einige Jahre Mitglied im Stamm Arche der Evangelischen Jugend Fredenbeck.
Die Pfadfinderei wie sie zu der Zeit im Stamm „Arche“ gelebt wurde, entsprach einfach nicht mehr unseren Vorstellungen. Das jährliche Highlight war das Stammeslager auf der Pfarrwiese in Mulsum. Fahrten oder Aktionen mit anderen Stämmen gab es so gut wie gar nicht, auch Kluften wurden nicht getragen. Das war uns zu wenig, dafür hatten wir einfach schon zu viel „richtige Pfadfinderei“ erlebt. Die Älteren des Stammes „Arche“ nahmen zwar regelmäßig am Singewettstreit der Christlichen Pfadfinderschaft Deutschlands (CPD) aus Bremen teil, das waren aber auch die einzigen Kontakte mit anderen Stämmen, die von  der damaligen Stammesführung geduldet wurden. Als normaler Sippling spürte man nichts  davon, dass die Pfadfinderbewegung, (mit 28 Millionen Mitgliedern weltweit) die größte Jugendbewegung der Welt ist.
Einen ersten Konflikt zwischen der Führung der Sippe „Kleiner Wolf“ (Nils Klindworth, Martin Vollmers und Tim Corleis) und der Stammesführung gab es 1993, als ein gemeinsames Lager der Sippe „Kleiner Wolf“ und der Meute „Shir Kahn“ des BdP Stammes „Hasko“ aus Stade stattfand. Den Sippenführern wurde von der Stammesführung nahe gelegt, den Kontakt nach dem Lager nicht noch weiter zu vertiefen.
Der Grund war, dass Mitte der 80er Jahre viele Mitglieder aus dem Stamm „Arche“ austraten, um dem neu gegründeten Stamm „Hasko“ in Stade beizutreten…
In der Folgezeit vertiefte sich der Kontakt mit den Stader Pfadfindern dennoch und „neue Ideen“ fanden Eingang im Stamm. Die Stammesführung war wenig begeistert, dass aufeinmal vermehrt einzelne Sippenlager stattfanden, zünftig Kluft getragen wurde und ein geradezu rebellischer Wind durch den Stamm wehte. Wir Sippenführer fühlten uns zu kurz gehalten. Wir wollten auf Fahrt gehen, einem Bund angehören, den Austausch mit anderen Pfadfindern… - kurz, wir wollten eine andere Art der Pfadfinderei, unserer Meinung nach (und die des Weltpfadfinderverbandes), nämlich die richtige. Das Leben der Arche-Sippen „Luchs“ und „Kleiner Wolf“ aus Fredenbeck wurde Mitte der 90er immer eigenständiger. Aber auch die Sippe „Fledermäuse“ aus Mulsum von Hauke Dieckmann und Ofen (Marko Deede) waren mit dem Kurs der Stammesführung nicht mehr zufrieden. Es folgten viele gemeinsame Aktionen der drei Sippen. Man träumte bereits von einem eigenen Stamm…
Mitte 1996 bekamen wir erstmals Kontakt zum CPD Stamm „Dietrich Bonhoeffer“ aus Bremervörde. Man verstand sich auf Anhieb und auch die Ansichten zur Pfadfinderei waren ähnlich. Es wurden eine gemeinsame Weihnachtsfeier und ein Pfingstlager geplant.
Die Differenzen zwischen den Sippenführern und der Stammesführung erreichten aufgrund einer Weihnachtsfeier Ende 1996 ihren Höhepunkt. Eine provokante und von der Stammesführung nicht genehmigte Tuchverleihung durch Nils brachte den endgültigen Bruch. Am 15.01.97 wurde noch einmal eine Aussprache zwischen der Stammesführung
und den Sippenführungen einberufen.


Aus dem Logbuch:

16.12.1996
Letzte Sippenstunde 1996
Das letzte Mal Sippenstunde in diesem Jahr. Für dieses Ereignis haben wir erst einmal die Sippenkasse geplündert, um Berge von Fleisch zu kaufen. Es soll Raclette geben…
Nachdem wir etliche Male die Stromversorgung des gesamten Gemeindehauses gestört hatten und der Tisch feierlich angerichtet war, konnte das große Fressen beginnen. Also stürmten wir mit 17 Mann (&Frauen) die 4 Raclettegeräte und stopften uns 1,5 Stunden lang den Bauch voll.
So wurde auch unsere Sippenstunde um volle 60 Minuten gestreckt, was einige Eltern
nicht gut fanden. Aber uns wurde noch mal verziehen.
Gut Pfad! Sense

 

21.12.1996
Waldweihnachtsfeier
Auf diesen Tag haben wir uns schon seit Wochen gefreut, denn es sollte nicht nur die Sippen „Luchs“, „Kleiner Wolf“und Fledermäuse daran teilnehmen, sondern auch Pfadis vom Stamm „Dietrich Bonhoeffer“ aus Bremervörde.
Wir (Luchs und Kleiner Wolf) trafen uns samstags am Gruppenraum, um gemeinsam zur Sandkuhle am Hohenmoor zu radeln. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass unsere Bremervörder Gäste noch nicht da waren und sich ordentlich verspäteten.
Nach fast einer halben Stunde begannen wir das Geländespiel schon einmal ohne unsere Gäste. Aber wie der Teufel will - unsere Pfadis waren gerade im Wald verschwunden - kamen auch unsere Gäste. Nach der Begrüßung wurden die Gruppen neu eingeteilt und das Spiel konnte beginnen.
Wie es so ein Spiel nun mal herausfordert gibt es Verletzte, Gewinner und Nicht-Gewinner. Nachdem die letzten beiden ermittelt waren (Spiel zu Ende), ging es runter zur Jurte.
Dort sangen wir zusammen noch ein paar Lieder, bevor für einige der Höhepunkt des Abends kam: die Tuchverleihungen. Wir versammelten uns in einem Fackelkreis draußen vor der Jurte. Nachdem ich ein paar passende Worte gesprochen hatte, ging es los. Die Wölfe Johanna, Lena, Sandra, und Tim wurden mit dem weißen Halstuch in den Stamm aufgenommen, außerdem wurden Ofen und Krischi zu Sippenführern ernannt.
Nach einer halben Stunde Tuchverleihung und Singen bei frostigen -9 °C waren alle froh, als es in die warme Jurte zum großen Fressen ans Buffet ging.
Das Buffet wurde von Krischi und Miepel in der Doppeljurte angerichtet , so dass wir uns mit knapp 40 Mann in die Jurte zwängten . Nach dem Ende der Weihnachtsfeier, der Rest war nach Hause, mussten Hauke und ich noch die neuen Sifüs „einweihen“. Als Härtetest übernachteten sie mit uns in der mittlerweile auf -13°C „aufgeheizten“ Jurte. Alle haben es heil überstanden (nur die Selterflaschen nicht)!!
Morgens zum Frühstück gab es noch gefrorenen Nudelsalat und Tschai.

Fotos
letzte
Letzte Gruppenstunde am 16.12.1996. Von links nach rechts:
Kevin Söhl, ?, Stefan Sauerwein, Birger Bösch, Schredder (Marko Lehmann), Ofen, Dudi (Jens
Dluzak), Sense, Sven Beuck, Mauke (Hauke Diecknamm) , Toasti (Michaela Otto), Carsten
Zimmermann, Zwerg (Uta Wilkens), Torben Jandt.

 

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Sippe Kleiner Wolf 1996. Von links nach rechts:
Kevin, Schredder, Zwerg, Sense, Birger, Toasti, Krischi, Carsten, Sven

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Sippe "Fledermäuse" 1996
Hintere Reihe: Veith, Ofen, Hauke, Bengi